Hoher Besuch im Biodorf Grosselfingen

Dem Bioenergiedorf Grosselfingen widmete sich vor wenigen Tagen eine ranghohe Delegation von Besuchern. Besondere Themen waren dabei die Grosselfinger Nahwärmeversorgung, Biogasanlage, Sonnenstromerzeugung und die geplante Windkraftanlage im sogenannten „Dreiländereck Grosselfingen, Rangendingen, Haigerloch“.

Gekommen waren die Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg, Frau Dr. Gisela Splett, MdL von den Grünen, Landrat Pauli, Herr Heneka und Frau Müllges vom Landratsamt sowie die Bürgermeister Dr. Heinrich Götz aus Haigerloch, Bürgermeister Johann Widmaier aus Rangendingen und Bürgermeister Franz Josef Möller aus Grosselfingen. 

Bürgermeister Möller stellte im Rathaus seine Gemeinde Grosselfingen vor und begrüßte die Gäste. Grosselfingen habe in den vergangenen Jahren einiges für die alternativen Energien getan. So gibt es auf seiner Gemeinde eine große Biogasanlage, die Strom ins Netz einspeist und ebenfalls ein großes Nahwärmenetz versorgt, daran sind alle Grosselfinger kommunalen Gebäude und Einrichtungen und etwa 100 Wohnhäuser angeschlossen. Die Gemeinde hat entgegen dem Landestrend immer noch steigende Einwohnerzahlen und ist
zwischenzeitlich auf rund 2200 Personen angewachsen.

Landrat Pauli stellte den Zollernalbkreis vor, viel Energie werde von Hackschnitzelwerken erzeugt und der Ölverbrauch sei zurück gegangen. Er dankte allen, die an diesem Strang mitziehen.

Die drei Bürgermeister und Gäste gingen dann auf die vom Regionalverband vorgesehene Fläche als Vorzugsgebiet für Windkraft ein. Geplant sind insgesamt sieben solcher Anlagen, je drei auf dem Gebiet Haigerloch und Grosselfingen und eines auf der Gemarkung Rangendingen, so die Planungen nach den Voruntersuchungen nach den Standorten. Der sogenannte Windatlas kam zu dem Ergebnis, in dem genannten
Dreiländereck sei die Nutzung der Windkraft mehr als sinnvoll und ein durchaus energiepolitisch lohnendes Projekt. Derzeit ist der Bau von Windkraftanlagen in unserer Region baurechtlich nicht zulässig, doch tritt am 1. September 2012 hierzu eine Gesetzesänderung in Kraft.

Der geplante Windpark im hiesigen Dreiländereck soll mit dem Genehmigungsverfahren und Baureife in einer Zeitspanne von drei bis vier Jahren erfolgen. Mit der erzeugten Strommenge könnten 10 000 bis 12 000 Haushalte versorgt werden. Die Investitionskosten würden zirka 30 bis 36 Millionen Euro
verschlingen.

Angesprochen wurde bei der Staatssekretärin Splett von Bürgermeister Möller auch der geplante Radweg Bisingen/Grosselfingen, hierzu versprach sie sich der Sache anzunehmen. Sie bedankte sich bei allen für den
offenen Gedankenaustausch.